Der Weg nach Freiburg – Schluchten, Frost und wundervolle Begegnungen

Der Weg nach Freiburg – Schluchten, Frost und wundervolle Begegnungen

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Am Samstag Abend (08.04.17) haben wir unser erstes Etappenziel erreicht! Freiburg! Eine Woche sind wir nun schon mit unseren Pferden unterwegs und die ersten 120 km liegen hinter uns.

So idyllisch wie der Schwarzwald auf den Reklameleinwänden immer wirkt, so tückisch ist es in Wahrheit, mit Pferden eine sinnvolle Route dort durch zu finden. Viele Wege enden im Nirvana oder in einer mit Pferden unüberquerbaren Schlucht. Am meisten hat uns die Wutachschlucht zu Schaffen gemacht. Die Nacht zuvor hatten wir auf einem Bauernhof verbracht, direkt neben einer einsam gelegenen Kapelle. Die Leute vom Hof haben uns freundlich auf ihrer Wiese aufgenommen und uns Tipps gegeben, wie wir die Wutach (das ist im übrigen ein Fluss, für alle die den Schwarzwald ähnlich schlecht kennen wie ich ;)) mit unseren Pferden am sinnvollsten überqueren können.

 

 

Am nächsten Morgen sind wir dann der empfohlenen Route der Hofsleute gefolgt. Anfangs war der Weg wunderschön. Durch Wälder und am Waldrand gieng es entlang auf verlassenen Pfaden. Doch als wir uns der Schlucht näherten war der anfangs breite Waldweg plötzlich verschwunden. Und so standen wir, in einem komplett zugewucherten Waldstück und wussten nicht so recht, ob wir weiterlaufen oder umkehren sollten. Noch war eine Schneise zwischen den Bäumen zu erahnen, welche man als Weg bezeichnen könnte. Und so zogen wir weiter. Viele Baumstämme lagen quer über dem Weg, über welche wir und die Pferde klettern mussten. Teilweise wurde der Weg auch sumpfig und manchmal musste Steffen sogar seine Klappsäge rausholen, um querstehende Bäume zu beseitigen.

 

Gar nicht so einfach mit Pferden durch eine Schlucht zu kommen

 

Ungefähr 2 Stunden verbrachten wir in der Schlucht und kamen gefühlte 100 Meter voran. Dann aber gieng es so steil hinab, dass wir beschlossen haben doch umzudrehen und nach einem anderen Weg zu suchen. Seufzend drehten wir um. Die Pferde stapften voller Begeisterung voran, immerhin wussten sie, dass am Ende des Weges eine saftige Grüne Wiese auf sie wartete.

Nach einem ausführlichen Studieren der Karte haben wir tatsächlich einen breiten Fahrweg gefunden, welcher ein paar Kilometer weiter druch die Schlucht führte. Wiedereinmal haben wir gelernt, dass sich das Umkehren manchmal lohnt und dass man sich für die Wegplanung lieber eine Stunde mehr, als eine Stunde zu wenig Zeit nimmt.

Die Nacht verbrachten wir in einem Tal, direkt neben einem Fluss. Das Lager konnten wir gerade noch rechtzeitig aufbauen, bevor die Nacht hereinbrach. Schön war es in dem Tal, doch die Nacht war hart. Zum ersten Mal auf unserer Tour hatten wir Frost. Am nächsten Morgen waren die kompletten Wiesen mit Raureif bedeckt und das Wasser im Topf war zu einer Eisplatte gefrohren.

 

Die erste Nacht mit Frost

 

Zum Glück erwartete uns heute eine deutlich entspanntere Tagesetappe und der Schwarzwald zeigte sich von seiner schönsten Seite. Durch den wolkenfreien Himmel wurde es heute leider auch erstaunlich heiß. Stellenweise philosophierten wir darüber, ob wir uns sicher sind, dass wir nach SPANIEN laufen wollen, wenn es uns schon jetzt im frühlingshaften Schwarzwald zu heiß ist! Aber das sind Entscheidungen, worüber wir uns jetzt noch keine Gedanken machen müssen.

Heute war unser erstes Etappenziel, nämlich Freiburg schon greifbar nahe. Unsere Route gieng vorbei an Saig und Titisee, beides verbinden wir unmittelbar mit Freiburg.

An diesem Tag trafen wir viele unglaublich nette Leute. Einmal wurde uns sogar eine Tüte mit vielen frischen Leckereien geschenkt! Ein wahres Festmahl, nach einer Woche mit Müsliriegeln und trockenen Nudeln! Für unser heutiges Nachtquartier hatten wir ebenfalls enorm viel Glück! Es war schon recht spät als wir den einsam gelegenen Hof erreichten und doch wurden wir so herzlich aufgenommen wie noch nie! Die Bäuerin redete lange mit uns und schenkte uns neben frischen Eiern, einen Liter frisch gemolkene Kuhmilch und selbst gemachte Nudeln! Wir freuten uns riesig über diese unglaublich nette Geste und liesen uns die frischen Köstlichkeiten mit viel Genuss schmecken!

 

Belohnt wurden wir am nächsten Tag mit wunderschönen Aussichten und frischen Leckereien :)

 

Der letzte Tag war sehr entspannt, da wir dank Steffens Mama an diesem Tag ohne Gepäck reiten konnten! D.h. wir kamen deutlich schneller voran und so schafften wir es rechtzeitig unser Ziel in Freiburg zu erreichen: Den Junghof Kappel! Die Hofbesitzer hatten sich zuvor bereit erklärt uns für ein paar Tage auf ihrem Hof zu beherbergen. Als wir den Hof erreichten wussten wir schon auf den ersten Blick, dass dieser zauberhafte Hof genau zu uns passte. Und das bestätigte sich auch. Die Leute dort sind alle unglaublich nett und hilfsbereit und haben uns herzlich empfangen.

 

 

Eigentlich wollten wir schon am Mittwoch Vormittag wieder starten, allerdings hat mich (Vroni) irgend ein Magen-Darm Infekt erwischt und so war diese Woche gar nichts mit mir anzufangen. Der Junghof Kappel hat uns netterweise noch ein paar Tage länger bei sich aufgenommen, so dass wir nun mit neuen Kräften heute den Aufbruch nach Frankreich wagen werden! Ca. 4 Tage planen wir bis zur französischen Grenze. Wir sind schon sehr gespannt, was wir dort im Westen erleben werden!

 

4 Antworten

  1. Michaela Schwarzer

    Eure Berichte sind wahnsinnig spannend. Als Streckenreiter kann ich mich in Eure Erzählungen hineinversetzen und wäre trotz aller Anstrengungen gerne an Eurer Seite. Schön, dass ihr uns daran teilhaben lasst!

  2. Martina meyer

    wow ihr seid klasse ich wünsche euch noch ganz viel Spass und gute wege. freue mich auf den nächsten Bericht.ganze liebe Grüsse martina

  3. Hallo ihr beiden!
    Ich wünsche euch viel Glück und eine schöne Reise!
    Ich breche morgen vom Niederrhein nach Cuxhaven auf.
    Werde euch weiter verfolgen!!

    Gruß Romina

  4. Ute Bergner

    Tolle Homepage, liebevoll gemacht und witzig geschrieben. Habe keinen Bezug zu Pferden, aber es macht Spass, euren Blog zu lesen!
    Wünsche euch frostfreie Nächte!
    Gruss
    Ute

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