Der organisatorische Bürokratiekram ist wohl eine der unliebsamsten Aufgaben vor einem Wanderritt. Wenn man lediglich eine Woche oder 14 Tage unterwegs ist gibt es meist nicht viel bürokratisches zu beachten. Steigt man allerdings für ein halbes Jahr aus seinem bisherigen Leben aus, gibt es eine ganze Menge, die beachtet werden will.

Wir für unseren Teil haben uns ein Sabbatjahr genommen um diese Tour machen zu können. Ich (Vroni) habe damals meinen Job gekündigt, Steffen war gerade mit seinem Studium fertig. Es gibt auch Firmen, welche ermöglichen ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub zu nehmen, diese sind allerdings selten. Was gibt es bei einem Sabbatjahr zu beachten? Was fällt sonst noch an Organisatorischen Kram an? Das erfahrt ihr hier.

 

Wie funktioniert das mit dem Sabbatjahr?

Jeder Bürger dieser Welt kann sich dazu entscheiden ein Sabbatjahr zu machen, das bedeutet ein Jahr, ein halbes oder ein paar Monate aus dem Arbeitsleben auszuteigen und das zu machen was man möchte. Bezahlt wird dieses Sabbatjahr allerdings nicht und man muss auch weiterhin den Mindestbeitrag der gesetzlich verpflichtenden Krankenkasse zahlen. Das heißt so ein Jahr Auszeit kann schnell ins Geld gehen und sollte zuvor genau durchdacht werden.

Wie meldet man so ein Sabbatjahr an? Die einzigste verpflichtende Anmeldung eines Sabbatjahres geschiet bei deiner gesetzlichen Krankenkasse (AOK, Barmer, und wie sie alle heißen). Dort muss man das Sabbatjahr anmelden, um den Mindestbeitrag zahlen zu können. Normalerweise wäre der Beitrag sonst natürlich viel höher. Die Höhe des aktuellen Mindestbeitrages erfragst du am besten direkt bei deiner Krankenversicherung.

Was gibt es sonst noch zu beachten? Du solltest auf jeden Fall zuvor genug Geld angespart haben um dich in der Zeit (und eventuell darüber hinaus) mit Essen versorgen zu können und ggf. deine Unterkunft zahlen zu können. Bedenken sollte man auf jeden Fall, dass die anschließende Jobsuche oft viel länger dauert als geplant – deshalb lieber ein zu großes als zu kleines Puffer für die Zeit danach einplanen!

 

Wie spart man sich vorab Geldreserven an?

Am leichtesten geht das natürlich, wenn man einen festen Job hat oder nenbei jobbt und das Geld zur Seite legen kann. In der Zeit in der man Geld sparen möchte empfielt es sich, sich nur auf die wichtigsten Anschaffungen zu konzentrieren und sich immer wieder die Frage stellen bevor man etwas kauft: Brauche ich diesen Gegenstand wirklich? Kann ich auch darauf verzichten?

Stelle dir diese Frage immer wieder. Kaufe Dinge nicht aus dem Bauch heraus, sondern schlafe eine Nacht darüber. Du wirst sehen, plötzlich gehen deine Ausgaben spürbar zurück.

Auch ist es hilfreich mal seinen ganzen Krempel durchzugehen und zu überlegen, was man davon verkaufen könnte. Online oder auf Flohmärkten sammelt sich für all die Gegenstände bares Geld an.

 

Was muss bei einem Grenzübertritt mit Pferden beachtet werden?

Überquerst du bei deinem Wanderritt eine Landesgrenze musst du die entsprechenden Vorschriften der Länder beachten. Innerhalb von der EU sind diese Vorschriften recht locker aber dennoch nervig zu organisieren. Für einen Grenzübertritt in ein EU-Land brauchst du für dein Pferd den gültigen Equidenpass mit den aktuellen Impfungen und ein Gesundheitszeugnis vom Veterinäramt. Das schwierige dabei: Das Gesundheitszeugnis gilt ab dem Erstellungsdatum nur 10 Tage, d.h. du musst es recht kurz vor der Grenze erstellen lassen, was je nach dem ein hoher organisatorischer Aufwand ist. Die Kosten variieren von Amt zu Amt.

Fakt ist, dass bei der Überquerung auf grünen Grenzen kein Hahn danach kräht. Zudem sind diese Gesundheitszeugnisse eigentlich für den Transport mit dem Hänger bestimmt und die Ausstellung für Wanderreiter bringt so manchen Veterinärtierarzt zum verzweifeln. Aber soweit zu der gesetzlichen Vorschrift.

Ein paar Worte noch zum Equidenpass: Du solltest darin als Besitzer eingetragen sein oder zumindest eine Kopie des Kaufvertrags oder einer Besitzurkunde mit dir führen. Eine digitale Version reicht im Normalfall auch. Der Fall ist zwar unwahrscheinlich, aber sollte dein Pferd gestohlen werden könntest du sonst Probleme bekommen es zurückfordern zu können.

Wichtig ist auch abzuklären, ob die Haftpflichversicherung für dein Pferd im entsprechenden Ausland gilt und was für Vorschriften es zu beachten gibt. Eine Haftpflichtversicherung ist zwar keine Pflicht, aber durchaus sinnvoll, da es schnell passiert dass dein Pferd unterwegs etwas kaputt macht. Inwiefern deine Haftpflichtversicherung gilt erfragst du am besten bei deiner Versicherung.

 

Ein paar Gedankenanstöße für dich wenn du für ein paar Monate unterwegs sein willst:

  • Habe ich nicht mehr nötige Daueraufträge auf meinem Konto beendet?
  • Sind unnötige Versicherungen, welche ich der Zeit nicht benötige, gekündigt?
  • Kann ich Miete einsparen indem ich meine Wohnung untervermiete oder sogar auflöse?
  • Wo komme ich nach meinem Wanderritt unter? Wo kann ich unterkommen, wenn ich frühzeitig abbrechen muss?
  • Habe ich mich zureichend über Pferdefütterung informiert? Weiß ich, wie viel Futter mein Pferd benötigt? Kenne ich giftige Pflanzen? Usw.
  • Sind alle Ausrüstungsgegenstände auf einen tauglichen Status? Müssen gewisse Dinge repariert/ersetzt werden?